Merhaba Türkei!

Türkei: 15.04.2016 – 13.05.2016

Route_Tuerkei_2016Gefahrene Kilometer: 4074 km
Benzinpreis: zw.4,36 TRY und 4,48 TRY
Wetter: wunderbar – Sonnenschein. täglich zwischen 19 und 25 Grad. In höheren Regionen kälter: 2,5 – 15 Grad.
1 Regentag.

Währung: Türkische Lira / TRY
Umrechnungskurs: 1€ = 3,35 Lira


Kahle, dürre Landschaften, vegetationsarme, flache Landstriche, Trockenheit, schlechte Infrastruktur inklusive einem schlecht ausgebautem Strassennetze, viel Armut und weniges Modernes …. genau so stellten wir uns die Türkei vor. 

David war vor Jahren bereits einmal hier – für Evi ist es der erste Besuch in diesem Land.

Mit etwas Angst, gepaart mit Skepsis und zugegeben, mit einigen Vorteilen, wurde am 15. April die Grenze zur Türkei übertreten.
Aber schon gleich hinter der Grenze begann das Land und die Leute der Türkei all meine/unsere Vorurteile und negativen Meinungen über ihr Land zu widerlegen.

Bereits auf den ersten Kilometern reisten wir in einer unglaublich grünen, üppigen, hügeligen Landschaft. Bunte, duftende Blumen verschiedenster Art, Obstbäume und Gemüse- sowie sonnengelbe Rappsfelder säumten sich an den Wegesrändern. Kleine, klare Rinnsäle-  aus welchen hübsche Bäche wurden – suchten sich ihren Weg durch die grüne Landschaft.

Und diese Schönheit der türkischen Landschaft setzte sich auf unsere gesamten Reise fort. Von unserem Weg vom Westen in den Osten sollte sich die Landschaft immer wieder ändern – die Schönheit dieser, blieb uns jedoch immer erhalten.

Ebenso schön wie sich die türkische Natur uns präsentierte so begegneten uns auch die Menschen mit einer unglaublichen Freundlichkeit, Offenheit und Hilfbereitschaft.

Obwohl wir kein Türkisch – noch die Türken Englisch oder Deutsch sprachen (zumindest nicht denen, welchen wir begegnet sind) wurden wir unzählige Male eingeladen. 

Oftmals mussten wir die Einladung zum Tee – dem Nationalgetränk hier in der Türkei: Cay – ausschlagen. 35

An so manchem Tag saßen wir bis zu 8 mal bei türkischen Leuten, Familien… und tranken Cay, aus diesen, netten kleinen Teetassen, welche immer und immer wieder aufgefüllt wurden.

Wir als Bierliebhaber hatten es in der Türkei oftmals schwer überhaupt an ein „kühles Blondes“ zu kommen.

Da die muslimische Bevölkerung Alkohol ablehnt wird dieser auch nicht bzw. nur wenig angeboten. Im Westen der Türkei war es einfacher Bier zu kaufen – im Osten musste hart danach gesucht werden. In machen Orten/Städten gab es aber schlicht und einfach überhaupt keine Alkohol.

Wie der Cay Tee zur Türkei gehört, welcher ganztägig in Teehäusern von Männern getrunken wird  – gehört auch das Bild verschleierter btw. Kopftuchtragender Frauen sowie die Moscheen, zur türkischen Kultur & zum türkischen Bild. 

In Städten trafen wir auf viele Frauen, welche sich gegen das Kopftuch entschieden haben und sich modisch kleideten –  in den ländlichen Gebieten, wo wir überwiegend unterwegs waren, war es jedoch üblich, dass Frau diese Art der Kopfbedeckung trägt sowie lange, bedeckende Kleidung.

Stand unser Zelt zu weit an einem Dorf bzw. in unmittelbarer Umgebung zu einer Moschee – wurden wir bereits um 05:30 Uhr vom, zum Gebet rufenden Muezzin geweckt.

5 Mal täglich ruft er in arabischer Sprache die muslimische Gemeinde zum Gebet. Das letzte Mal wird um 21:20 Uhr gerufen.
Und dem Ruf kann nicht entkommen werden. Egal wie abgelegen, wie weit am Berg oder wie tief in einem Wald man sich befindet – immer, wirklich immer hört man den Schrei des Muezzin.

Zugegeben, anfänglich, erschien mir dieses „Geschrei“ etwas eigentümlich.

In jedem noch so kleinem Dorf – überall – gibt es eine Moschee. Die einen prächtig und aufwendig gestaltet  -mit bis zu sechs Minaretten – die anderen eher klein und unscheinbar. Je nach Region unterschieden sich aber die Bauweise und die Gestaltung der Minaretten.

Was oftmals noch vermisst wurde – war die Stille und Einsamkeit.

Kaum standen wir und die Motorräder still waren Menschentrauben um uns gebildet. Wir wurden eingeladen, uns wurden Geschenke gemacht…. wir wurden immer sehr Herzlich empfangen. Unglaublich. Überall – vor allem im Westen bis in die Zentraltürkei – kamen Menschen an unser Zelt (wobei wir dachten, das wir heute besonders abseits und versteckt stehen). Es wurde Obst gebracht – Gebäck verteilt. Zum Baklava eingeladen, es wurde Gemüse verschenkt, zum Tee in das eigene Haus eingeladen.

Die anfängliche Skepsis und das Unbehagen gegenüber der türkischen Bevölkerung war nach ca. 2 Wochen verschwunden. Ab dem Zeitpunkt konnte der Türkeiurlaub noch mehr genossen werden.

Unsere Route führet uns also, nicht wie geplant nach Istanbul sondern, auf Grund der bombastischen Situation im April über den Marmara-Kanal. Für umgerechnet 4 Euro bracht die Fähre uns und die Motorräder innerhalb von 20 Minuten von Gallipoli nach Lapseki.

Entlang der Küstenstraße, entlang saftiger Wiesen und grüßen Heiden ging es Richtung Biga – wo wir ca. 30 Kilometer zuvor aber Richtung Gönen abbiegen. In der wuseligen Stadt Balikesi wir Halt gemacht um das erste Mal etwas typisch Türkisches zur Essen. Fündig werden wir schnell – ebenso sind wir mit der großen Auswahl an verfügbarem Essen und der Anzahl der anbietenden Geschäfte, Lokale und Buden überfordert. Erschwerlich kommt hinzu, dass wir uns bis hierher noch nicht mit der Sprache beschäftigt haben.

Also werden 2,3,4 günstige Gerichte bestellt – wir lassen uns überraschen was wir auf den Tisch gestellt bekommen. 🙂 Und alles schmeckt lecker!! Vor allem David – der vieeeelll Fleisch bekommt.

Auf dem Weg nach Izmir halten wir noch in Bergama, einer alten Ruinenstadt, und werden mit einer atemberaubenden Aussicht über das Hinterland belohnt!

fdfdf

Und David entpuppte sich als hervorragender Opernsänge! 🙂
Verständlich, wenn man schon mal das Amphitheater für sich alleine hat – muss gesunden werden! 🙂

Hier geht´s zum Vorstellung: ->> Applaus!!!

 

Von Bergama wählten wir die Küstenstrasse Richtung Izmir. In unserem Reiseführer war dies als eine landschaftlich schöne Strasse beschrieben. 

Schnell erkannten wir das dies die hässlichste, die von LKW gefüllteste, die stickigste… Strasse war, die wir je gefahren sind. Die 100 Kilometer bis nach Izmir wären wir fast erstickt, da die LKW´s die diese Strasse benutzen einen unglaublichen Schadstoffausstoss hatten. Wir kämpften uns durch unzählige dunkelgraue Abgaswolken, wurden von hupenden Fahrzeugen überholt und mussten zusehen, nicht auf rückwärtsfahrenden Autos aufzufahren!

Diese Strasse = definitiv nicht zu empfehlen!! Unbedingt vermeiden!

Ab diesem Zeitpunkt versuchten wir nur noch die auf der Landkarte, im Navigationsgerät, kleine Strassen zu benutzen.

Da hier in der Türkei anscheinend aber ordentlich in den Strassenbau investiert wird – sind auch die kleinen Verbindungsstrassen meistens 2 oder mehrspurgig. Toller Belag, Kreisverkehre, U-Turns.

 

Wir suchten die Passstrassen Richtung Meer – Richtung Fethye und stellten auch hier fest – das auch in den Tunnelbau intensiv investiert wird.

Wahnsinn!!! Und es wird immer weiter gebaut. Unglaublich zu sehen, an welchen und an wievielen Strassen-Bau-Projekten hier gearbeitet wird.

2 Wochen nach Ankunft in der Türkei erreichten wir Antalya, die Küstenstadt welche wir dahin nur aus Urlaubserzählungen kannten. Wir beschlossen ihr frühmorgens einen kurzen Besuch abzustatten und waren angenehm überrascht.

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Besichtigte Orte:

Bergamont – Izmir – Ephesos – Paukkale – Fetye – Patara am der lykischen Küste mit dem längsten und schönsten Strand der Türkei – Antalya – Konya – Salzsee Tuz Gölü – Ihlara Vally – Kappatokien – Trabzon – Cayregion an der Schwarzmeerküste – Uzungöl-See – Trabzon

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Vorbei an den Badeorten Belek, Side und Alanya – wo wir nur aus der Ferne die Hotelkomplexe erahnen konnten – bogen wir am Strand von Alanya rechts ab und düsten ins Hinterland – hinauf in die Berge! 

An einer Kreuzung bogen wir falsch ab und schon waren wir orientierungslos im Hinterland / am Berg verschollen. Über Offroad-Strassen ging es immer weiter dem Berg hinauf – vorbei an Mini-Dörfern (immer wieder faszinierend zu sehen, wo Menschen wohnen) – kurvige Strassen, über Schotter über Stein … bis wir irgendwannn wieder auf einer normalen Strasse standen – mit super, tollem Blick über die gesamte Berglandschaft inklusive Meeresblick. Toll!

In Konya, der grünen Oase in mitten karger, wüstenartiger Landschaft, beschlosssen wir Couch-zu-surfen! Wir wurden von einem jungen Türken eingeladen bei ihm in seiner WG zu übernachten. 🙂 So hatten wir günstig die Gelegenheit Konya zu erkunden und uns die tanzenden Derwische anzusehen.Eine wirklich faszinierende Vorstellung der in Trance tanzenden Männer. WOW!

Wir fuhren auf dem Weg Richtung Salzsee – Tuz Gölü – über tolle Gebirgspässe mit unwirklichen Landschaften – teilweise auf den neuesten Strassen, die noch nicht einmal unser Navigationsgerät kannte.

Dann auf einmal und völlig überraschend !!hatten wir einen Festplatten-Crash – und wir hatten nur noch einen grauen Bildschirm vor Augen. 😦 Und eh klar, keine Sicherung, kein Back-up! Na toll. Filmmaterial weg, Programme weg, Fotos weg, gesicherte Dokumente weg,Routen weg. Wie traurig. Wie unerfreulich. Wie ärgerlich.

Technische Problem gefolgt von unserem ersten Regentag unsere bisherigen Reise -> diesen hatten wir als wir Göreme in Kappatokien Richtung Schwarzmeerküste verliessen – um alle größeren Städte anzufahren um das technische Problem lösen zu können. Bis heute jedoch leider erfolglos.

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Was für ein Glück und der Regen lies gleich nach Start von Göreme nach. Höher und höher führte die Strasse, aus dem Regen wurde Schnee gepaart mit Hagel. Die Strasse war schneeweiß, Autos lagen im Strassengraben, hatten sich überschlagen und sind von der Fahrbahn abgekommen.Aber zum Glück keine Verletzten!

In einer Stadt konnte uns konnte zwar die Festplatte – alt gegen neu getauscht werden – die Daten konnte aber bis jetzt niemand wiederherstellen.

Leider, leider: Wird es für die Türkei leider keinen filmischen Rückblick geben! (obwohl der Film schon fertig gewesen wäre – nur der Upload hatte noch gefehlt)

Armer Schneidemeister! Armer David!!!!!

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Am letzen Tag unseres Türkeiaufenthaltes ging es nun noch, spektakulär, von 0 auf 2.640 Meter. Vorbei an den Cay (Tee) Anbaugebieten nahe der Schwarzmeerküste fuhren wir hinauf auf den Ovid Dagi – mit 2.640 Meter Passhöhe. Unser höchster Punkt bis hierher.

Kurve für Kurve ging es immer höher die Sicht wurde auf Grund des immer dichter werdenden Nebels schlechter, die Schneewände am Strassenrand wurden immer höher, die Temperatur fiel… auf bis +2,5 Grad. 

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Kurz nach der Passhöhe verschwand der Nebel aber plötzlich: Blauer Himmel, eine atemberaubende Sicht, eine wunderbare verschneite Berglandschaft eröffnetes sich uns. Unglaublich schön!

Bei Sonnenschein fuhren wir den Pass wieder hinab und suchten uns am Fusse des Berges ein Campingmöglichkeit, welche wir an einem klaren, donnernden Gebirgsfluss fanden.

Diese Nacht sollte also unsere Letzte in der Türkei sein. Schon am kommenden Tag, beinahe ein Monat nach Ankunft in der Türkei, wollten wir die Grenze zu Georgien überschreiten.

Die letzten Lira wurden in Baklava investiert, und schon rollten wir in ein uns unbekanntes Land: Georgien.

Der Grenzübertritt war einfach und problemlos. 2 Stempel im Pass, ein nette paar Fotos mit den Grenzbeamten und bereits 10 Minuten später waren wir im Land.

Auf Wiedersehen wunderschöne Türkei!

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Ein Gedanke zu “Merhaba Türkei!

  1. Hallo ihr zwei, SUPER das es Euch beiden so gut geht. Die Bilder und Eure Kommentare sind einfach nur der HAMMER. Weiter so, noch viel Spaß und vor allem nette Leute wünschen Euch Petra & Klaus

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