Добрый день Russland!

Russland: 01.06.2016 – 15.06.2106

We2r_Russland_route

Gefahrene Kilometer: 3382 km
Benzinpreis: zw. 36,50 RUB und 39,50 RUB
Wetter: überwiegen Sonnenschein – Abends selten etwas Regenfall.

Währung: Russischer Rubel / RUB
Umrechnungskurs: 1€ = 73,54 Rubel

 


Hier gehts zum Video-Rückblick von RUSSLAND! ->

Schon kurz nach der Grenze, nach nur wenigen gefahrenen Kilometern in Russland, hält uns die Polizei auf. „Na super…. das fängt ja gut an“, denken wir und halten an um herauszufinden was die russische Polizei von uns will.
Auf Grund eines Überholens im Überholverbot wird uns ein Bußgeld in Höhe von 1.000 Dollar angedroht.

Und schon ist die Freude über den erfolgreich geschafften Grenzübertritt verfolgen.
Wir waren so stolz es nach nur einer Stunde über die Grenze geschafft zu haben, alle Formulare korrekt ausgefüllt und abgestempelt gekommen zu haben, den Migrationsschein in Händen zu halten und vom Zöllner durchgewunken worden zu sein.

Das Zusammentreffen mit diesem, so merken wir schnell, korrupten Polizisten trübte die Freude über den Übertritt immens.

Auch ist es unsere erstes Mal, dass ein Polizist uns aufhält uns solch horrende Summen von uns will. Noch wissen wir nicht, dass im wirklichen Straffall eine Rechnung bzw. Quittung ausgestellt werden muss, dass ein Übersetzter uns die fehlerhafte Tat übersetzten muss, dass wir die Nummer des Polizisten fotografieren und das Szenario filmen dürfen.

All das lernen wir aus diesem Fall – wo wir nach einer Stunde Verhandlung und nach Bezahlung von 100 Doller – Schmiergeld wohlgemerkt! – weiterrollen dürfen!

Wir sind so frustriert – genervt von unserem eigenen Fehler und unserer Unwissenheit betreffend des richtigen Verhaltens/Umgangs mit korrupten Polizisten.

Die nächsten 2 Tage sind von dieser Erfahrung überschattet  – und jeder Polizist,(und es gibt viele) der uns begegnet wird verflucht.

Noch dazu hat es zu Regnen begonnen – und irgendetwas scheint an Evis Motorrad nicht zu stimmen.
Da das Motorrad aber keine Fehlermeldung aufweist, und sie ganz normal zu rollen scheint, wir das Problem erst einmal ignoriert.

14 Tage haben wir kalkuliert – um von der georgischen/russischen Grenze nach Orsk, an der russisch/kasachischen Grenze zu kommen. 3382 Kilometer liegen vor uns, in einem Land von dem wir wenig bis gar nichts wissen und auch der russischen Sprache nicht mächtig sind.

Nur aus einem Grund haben wir die Route über Russland – nach Kasachstan – gewählt. Und dieser ist die Besichtigung der drittgrößten Statue der Welt: der Mother Russia, in der Stadt Volgograd/ehem. Stalingrad.

Noch immer vom Regen begleitet, immerhin nur vorübergehend, abnehmend – und nicht durchgehend, fest – bewegen wir uns Richtung Elisa / weiter Richtung Astrachan und springen das erste Mal von einer Zeitzone in die Nächste.
In den kommenden 14 Tagen werden wir 4 mal die Zeitzone wechseln, jeweils eine Stunde vor, und werden in der Nähe der Stadt Samara eine weiße Nacht erleben.

In dieser Nacht erlebten wir ein für uns unerklärliches Phänomen: die Sonne ging um 23:00 Uhr Ortszeit unter –  ging um 02:30 Uhr auf und stand am 3:43 Uhr wieder hoch am Himmel.

Später erfuhren wir von Einheimischen, dass in solchen Nächten die Sonne nur für kurze Zeit untergeht bzw. es nachts nicht ganz dunkel wird bzw. es hell bleibt.

Wir waren fasziniert – und gleichzeitig auch gezwungen das Zelt zu verlassen. Die Hitze, welche im Zelt gespeichert wird, macht es uns jedes mal unmöglich länger zu ruhen. Was aber zum Vorteil hat/hatte, dass lange überfällige Arbeiten, z.b das Reinigen der Kette, das Putzen verschiedener Werkzeuge … in Angriff genommen werden konnte. Und dennoch, nach Erledigung der Arbeiten, saßen wir bereits vor 07:00 Uhr im Sattel und starteten Richtung der Stadt an der Volga, Volgograd. Unserem Hauptziel der Reise!

Was aber auf dieser Stecke, von Astrachan nach Volgograd auf uns zukommen sollte, war ebenfalls ein Erlebnis für sich.

Auf einmal, so fühlte es sich an als prallten kleine Regentropfen auf die Hände, das Motorrad, das Visier. Dem Geräusch zufolge hätte es Regen sein müssen – dem Gefühl an den Händen ebenfalls.

Doch bei näherer Betrachtung wurde schnell klar- das es sich nicht um Nieselregen sondern um Millionen von Mücken handelte.

Millionen dieser Plagegeister schwebten in der Luft und prallen ans Visier, an den Scheinwerfern, an die Kleidung … Zurück blieben tausender dieser kleinen schwarzen, toten, Mücken.

Auch als wir kurz anhielten um zu tanken oder etwas zu trinken waren wir von diesen Getieren umgeben. Ohne unser Mückennetz konnte nicht richtig geatmet oder gesprochen werden. Sie waren überall, und begleiteten uns den ganzen Weg nach Volgograd. Schrecklich diese kleinen Ungeziefer!

Nochdazu meldete sich das bislang unidentifizierbare Problem an Evis Maschine zurück. Ein Geräusch war immer lauter und lauter wurde – und der Vorderreifen immer mehr ins Schwanken brachte.

Für Mechaniker David war das Problem rasch erkannt: defekte Kugellager.

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Alles KLAR! Umgeben von Mücken, in der russischen Hitze, ohne Sprachkenntnisse standen wir also da und dachten über eine Lösung nach.

Das Hilfe schon im Anmarsch war – wussten wir noch nicht. Sind aber bis heute über die tolle Unterstützung, Hilfe und Hilfsbreitschaft, sowie Gastfreundlichkeit dankbar.

2 russische Motorradfahrer hielten abrupt an als sie uns und die Maschinen am Strassenrand stehen sahen. Sofort gaben sie uns zu verstehen, ob Hilfe benötigt werden würde. Mittels Google-Translator schilderten wir uns Problem und ab da begann die Hilfskette zu laufen.

Gemeinsam wurde beschlossen die noch ca. 30 Kilometer nach Volgograd – in das Clubhaus der Biker zu fahren. Es wurde eine Eskorte um Evi gebildet und der Weg langsam, mit ca. 50 km/h, zurückgelegt.

Im Clubhaus angekommen wurde uns angeboten das Bike hier zu reparieren sowie die Nächte bis zur Fertigstellung im Haus zu verbringen.

Gerne nahmen wir das Angebot an.

Doch dem noch nicht genug, Abends wurde gegrillt und uns ein tolles Mahl serviert, alle Clubmitglieder plus Freundinnen und Frauen kamen um uns kennenzulernen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Tags darauf wurden wir zum Frühstück eingeladen, uns wurde ein Dusche angeboten, es wurden neue Kugellager und Öl für einen Ölwechsel organisiert … Und wir besuchten gemeinsam die Mother Russia.

Ein unglaublich beeindruckendes Denkmal, das jeder einmal live gesehen haben sollte!

We2r_Russland_1

Im Anschluss wurde die restliche Stadt gemeinsam erkundet – und abends wieder nett beisammen gesessen und gefeiert. Bevor am kommenden Tag die technischen Arbeiten an der Maschine beginnen und abgeschlossen werden sollte.

Am 4. Tag unseres Aufenthaltes in Volgograd im Hause der einheimischen Biker, verabschiedeten wir uns von unseren neu gewonnenen Freunden und machten uns auf Richtung kasachischer Grenze.

Bis zur Grenze war es uns nicht möglich eine Kurve zu fahren – Russland ist, wie wir es uns vorgestellt hatten, einfach nur flach. Flach & Weit!

Dennoch trafen wir auf dem Weg immer wieder nette Menschen – und schon war ein leichter Einfluss von Kasachstan bzw. der Mongolei zu spüren. Die Gesichtszüge der Menschen veränderten sich leicht – das Essen wurde exotischer.

3 Tage früher als geplant erreichten wir den Grenzort: Orsk, in welchem wir nun bis zum Startdatum des Kasachstan-Visums aufhalten sollten.

Diese dreitägige Pause kam uns gar nicht ungelegen – da Evi sich eine leichte Erkältung eingefangen hatte und etwas Erholung brauchte. Auch wenn eine Pause anfällt, bedeutet das für David nicht Ruhe, Füße nach oben und Entspannung – nein, Arbeit tut sich immer auf.

In diesem Fall stand das Schneiden und Erstellen des Russland sowie Georgien Videos an. Außerdem mussten Dollar für den Grenzübertritt aufgetrieben werden, und der Luftfilter an beiden Motorrädern gereinigt werden.

Und auch hier, in Orsk, fanden wir mit der Hilfe Einheimischer, unglaublich hilfsbreiter und geduldiger Menschen, eine wunderbare Unterkunft für die kommenden Tage.

Für nur 5 Euro am Tag wurde uns eine ganze Wohnung als Verweilort angeboten – Küche, Waschmaschine, Internetanschluss … alles was wir brauchen, inklusive.
Die Wohnung war für uns perfekt!

Am vierten Tag packten wir bereits zeitig unsere Koffer und machten uns auf zur nur 25 Kilometer entfernten Grenze.

Wir verlassen Russland – welches wir aufgrund der netten Menschen, welche wir getroffen haben, immer in Erinnerung behalten werden.

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Wir hoffen, auf viele weitere Monate und verabschieden uns aus dem großen, weiten Land: RUSSLAND.

 

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