салам Kirgistan

Kirgistan: 15.07.2016 – 22.08.2016

Gefahrene Kilometer:
2.543 kmROUTE_KIRGISTAN_2016_We2r
Wetter: Sonnenschein – bis zu 34 Grad. Im Norden des Landes kam es gegen Abends öfters zu Gewitterbildungen und heftigen Regenfällen.
Währung: Som (KGS)
Umrechnungskurs: 1€ = 71,73 Som
Benzinpreis: zw. 0,50 und 0,55 €

 

Grün, weit, wunderschön!

Wir konnten es nicht glauben als wir mitten in den Bergen, an unserem wunderschönen Wild-Campingplatz, beim Frühstück saßen – in die wahnsinnig schöne Natur erblickten – und plötzlich eine Herde Wild-Pferde an uns vorbei galoppierten!

Ein unglaublich schöner, beeindruckender Moment – welchen wir nicht wieder vergessen werden!
Kitschiger hätte es nicht sein können!

Schon alleine aus diesem Grund können wir eine Reise nach Kirgistan nur empfehlen – die Natur ist faszinierend!

In das Land, welches unter anderem an Kasachstan grenzt, konnten wir ganz einfach einreisen.
Kein Visum, 90 Tage Zeit, kein Carnet de Passage erforderlich. Tip-Top.
Stempel in den Pass und zack waren wir auf Kirgisischen Boden.
Wir hatten es wirklich geschafft, mit all den technischen Problemen an Davids Bike, rechtzeitig Kasachstan zu verlassen.

Bereits nach 10 Minuten nach Übertritt und an der ersten Kreuzung treffen wir auf Hette. Hette, ein Niederländer, ebenfalls mit einer F800GS – auf dem Weg nach Kasachstan 🙂 Was für ein Zufall.
Noch größter die Überraschung als Hette einen Original-BMW-Diagnosestecker aus der Tasche zieht, ihn an den Connector an Davids Maschine steckt und eine fehlerhafte Batterie diagnostiziert.

Wir brauchen also eine neue Batterie. 🙂
Also auf in die nächste Stadt, was man eher als Dorf bezeichnen könnte, um eine solche zu finden.
Der Weg nach Karakol führt uns an saftigen Wiesen, tiefgrünen Wäldern, Bachläufen und prächtigen Feldern verblei. Die Farben der Natur: intensive. Die ersten Hügel und Berge: faszinierend.
Wir schlagen unser Zelt, auf Grund eines nahenden Gewitters, an einem Kornfeld auf. Es beginnt zu regnen, der Regen prasselt auf die Außenhaut des Zeltes, wir genießen im Inneren unser Abendessen und Schlummertrunk, fallen in den Schlaf und wachen bei strahlendem Sonnenschein wieder auf.

Auf in die nächste Stadt – wir brauchen lokales Geld, eine SIM Karte, Essen und eine Motorradbatterie: 12 Volt, 12 Amper, wartungsfrei.
Die ersten 3 Dinge sind einfach zu besorgen – bei der Batterie ist das schon etwas schwieriger.
Wir fragen uns durch, werden zu verschieden Geschäften gebracht, Batterien in verschieden Größen werden uns gezeigt – doch leider passt keine für die große Maschine.

Unsere Zuversicht sinkt, fahren wir doch schon seit kurz vor der Kirgisischen Grenze mit dem PowerPack.
Ohne ginge nichts.
Stillstand.
Keine Fortbewegung.

Doch dann treffen wir auf einen Kirgistan, welcher meint, dass am Bazar das Objekt der Begierde zu finden sein. Kurzerhand packt er uns ins ein Auto, navigiert zum Bazar, steigt aus, läuft voran, wir hinterher, schnellen Schrittes eilen wir in Richtung Autoersatzteil-Abteilung.
Unser helfender Kirgise fragt sich durch, gibt nicht auf, telefoniert.

Wir sollen warten, eine wartungsfreie Batterie mit der benötigten Volt-Anzahl soll sich in einem Container befinden, welcher jedoch verschlossen ist. Kein Problem, der Besitzer – Container-Händler ist schon auf dem Weg um aufzuschließen und nachzusehen.

10 Minuten später wird wirklich aufgeschlossen – gewühlt, gesucht… und tatsächlich: er hat eine genau solche Batterie!
Was für ein Zufall!!!!

David aktiviert die Batterie, baut sie ein und startet.
Wunderbar!!!
Wir sind wieder fahrtüchtig!

Um die Batterie zu laden beschießen wir noch 100 Kilometer zu fahren und dann einen Platz für die Nacht zu suchen.
Dies gestaltet sich in ganz Kirgistan wunderbar einfach.
Bevorzugten Platz auswählen, Zelt aufstellen und genießen! 🙂
Oftmals kommen Kinder oder Frauen welche uns selbstgerechte Butter, Yoghurt und/oder Brot bringen.
Selbstgemacht!! Und es schmeckt fantastisch.

Wir bevorzugen es abseits der Touristen-Plätze unterwegs zu sein – suchen daher nach den höchsten Pässen des Landes, landschaftlich schönen, befahrbare Strecken. Und davon gibt es in Kirgistan mehr als genug.


Unser erster Abstecher führt uns in die Berge, hoch auf 4.200 Meter. Der höchste Pass bis hierher!
Steinig, kahl, kalt! Es beginnt zu schneien. Wir haben leichte Kopfschmerzen – aufgrund der Höhe.
Ein Sturm zeiht auf.
Wir müssen uns entscheiden: den gleichen Weg wieder zurück ins Tal um dort zu nächtigen oder Zelt aufstellen und am kommenden Tag durch Vally Richtung Narin.

Einstimmige Entscheidung: Zelt aufstellen!
Und wir übernachten auf über 4.000 Meter.

Wir finden einen etwas geschützten Platz hinter einem Container, stellen unsere Haus mit Blick auf den Gletscher auf, ziehen unsere wärmste Kleidung an und verkriechen uns ins Zelt.
„Brrrrrrrr….. es ist kalt hier drin!“

Der nächste Morgen präsentiert sich aber mit blauestem Himmel + besten Blick auf die umliegenden Berge. Die kalte Nacht hier oben hat sich somit bereits gelohnt. 🙂

Wir packen die Bikes, unsere Ausrüstung, machen uns fertig für die kommenden Tagesetappe, und schwingen uns auf das Zweirad und starten in den Tag.
Nichtahnend das dies die schönste 4-Tages-Off-road Strecke der gesamten Kirgistan Reise werden wird 🙂

Die Strasse wird schmaler – aus Alphalt wird Schotter, nur mehr ein Rinnsal, ein Weg nur mehr zu erahnen. Links und rechts von uns erhoben sich Bergmassive, wir rollen vorbei an wunderschönen Bergseen und über Wiesen voll von Edelweiß Blümchen.

Unfassbar schön!

Gleichzeitig aber auch eine große fahrerischen Herausforderung, denn es geht steil über Schotter bergab, tiefe schon fast reißende Bäche sollen durchfahren werden, über enge kleine Brücken muss navigiert werden.

Geleitet von Wildpferden, Schaf und Kuh – vorbei an den traditionellen Jurten bahnen wir uns den Weg von 4000 Meter hinunter ins Tal auf 1000 Meter.

Wir campen an Bachläufen, verbringen die kalten Nächte unter der Milchstrasse mit tausenden von Sternen, beobachten Geier und Adler, essen bei Einheimischen in der warmen Jurte.

Noch immer befinden wir uns weit ab von Zivilisation, einem Dorf oder einer Stadt, der Tank sollte aber so rasch wie möglich gefüllt werden – immer wieder fällt der Motor, wahrscheinlich auf Grund einer defekten Benzinpumpe aus.
Zwar haben wir eine Ersatzpumpe dabei – getauscht wird aber erst wenn überhaupt nichts mehr geht. Zur Zeit fällt sie zwar immer wieder einmal aus – rollen können wir aber noch. Also weiter! 🙂

Zum Glück fällt uns ein Schild am Wegesrand auf, auf welchem in Kyrillischer Schrift „Benzin“ geschrieben ist, und das Pfeilschild Richtung dem einzigem Haus weit und breit deutet.
Wir tanken teuren Benzin aus einem dreckigen Fass, filtern zuvor, füllen alle Reservekanister auf und fahren weiter. Glück gehabt: weit hätten wir es mit den 16 Liter Tanks nicht mehr geschafft.

Nach weiteren 5 Stunden erreichen wir die kleine Stadt Narin und fahren an Tuffsteinbergen vorbei, weiter an den Son-Köl- See, welcher auf über 3.000 Meter Seehöhe liegt.

Am Vortag hat es anscheinend geregnet, denn die Strassen sind mit Erde überspült – nun fahren wir auf Matsch und Schlamm. Evi´s Lieblingsbeschäftigung. Über eine Serpentinenstrasse geht es hoch und immer höher.
Landschaftlich super schön – die Aussicht ist toll.

Kurz später erreichen wir dann auch schon den hoch gelegenen klaren See, welcher von Bergen umgeben ist. An den Ufern stehen Jurten, Schafe und Kühe grasen daneben.
Leider scheint auch hier ein Gewitter aufzuziehen – dunkle Wolken bilden sich, es wird kalt, die Sonne verschwindet hinter dicken, grauen Wolken. Es beginnt leicht zu schneien.

Schnell fahren wir weiter, um dem Gewitter und der Kälte zu entkommen.

Über eine noch kurvenreicheren Schotterpiste geht es steil abwärts. Die Natur aber auch hier unbeschreiblich schön. Bei Sonnenschein fahren wir durch ein grasgrünes Tal durch das sich kleine Bäche schlingen.
Auf einem Hügel, mit bestem Blick über das gesamte Tal, schlagen wir unsere Nachtlager auf und erfreuen uns an dem Ausblick.
Besser wären wir weiter gefahren und hätten erst im Tal unsere Zelt aufgestellt – denn über die Nacht holt uns das Gewitter ein und verwandelt die Schotter/Erdstrasse in einen Schlammstrasse.

We2r_Kirgistan_27

Er regnet – doch wir beschließen zu Fahren. Wir rutschen, kommen nur langsam voran, die Abfahrt gestaltet sich als mühsam, doch wir erreichen die Haupt/Asphaltstrasse nach 2 Stunden: unversehens und ohne Sturz!

Auf nach Bishkek, der Hauptstadt des Landes.

Nach Beantragung und Erhalt des Tadschhikistan, Usbekistan und Iran Visums, beantragen wir auch noch das Transit-Visa für Turkmenistan, sehen uns die unspektakuläre Stadt an und fahren über verschiedene Pässe und Vally´s weiter Richtung Osh.

Wir bleiben 1 1/2 Monate im Land.
Viele fragten und wunderten sich, wieso wir denn in diesem kleinen Land eine so lange Zeit verbringen. „Was wollt ihr denn dort solange?
Lange!?
Die verbrachte Zeit war eindeutig zu kurz.
Gerne wären wir länger geblieben – doch das Visa für Tadschikistan startetet.

Kirgistan – wunderschönes Kirgistan!
Landschaftlich der Wahnsinn – menschlich waren wir von den männlichen Kirgisen ein wenig enttäuscht.
Sie trinken viel – zu viel – und gerne.
Bereits morgens um 9:00 Uhr treffen wir total betrunkene Männer, auf der Strasse laufen sie mit Vodka-Falschen herum und steigen dann betrunken ins Auto, was das Risiko auf der Strasse für uns erhöht.

Wer denkt, dass die Russen viel trinken  – der irrt.
Die Kirgistan schlagen alles!

Dennoch waren wir vom Land Kirgistan begeistert und können nur dazu raten sich das Land und die Leute wenn möglich einmal selbst kennenzulernen!

Wir investieren unser letztes Geld in Obst und Benzin und reisen ohne Probleme aus Kirgistan aus und übertreten die Grenze zu Tadschikistan am Grenzübergang auf über 4.000 Meter!

FASTINATION pur!

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2 Gedanken zu “салам Kirgistan

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