салом Tadjikistan

Tadschikistan: 21.08.2016 – 16.09.2016

GeROUTE_Tajikistan_20166_finfahrene Kilometer: 3.107 km
Währung: Tadschikische Somoni
Umrechnungskurs: 1€ = 10 Somoni
Benzinpreis: zw.5,50 Somoni und 6,50 Somoni
Wetter: Sonnenschein pur. Kein Regentag. 22 Grad in den Bergen (Nachts gerne auch mal unter 0 Grad), bis 38 Grad in der Stadt/Duschanbe.

Schon die ersten 10 Minuten – noch nicht mal mit beiden Füssen im Land – zahlen wir schon Schmiergel/Bestechungsgeld… um überhaupt ins Land zu kommen.
Na das fängt ja gut an ….

An der Grenze müssen wir an 5 verschieden Stellen 10 verschiedene Zettel abholen, stempeln lassen, ausfüllen. Und jeder der 5 Zöllner will Geld.
Wir zahlen die kleine Beträge – gesamt:  für 2 Personen um die 40$.
Wahrscheinlich wäre man auch mit wesentlich weniger Zahlung durchgekommen – doch wir wollten an diesem Tag einfach nicht handeln, diskutieren, aussitzen.

we2r_tadjikistan_motorrad_38

Wir wollen einfach nur den Stempel im Pass um endliche den berühmten PARMIR Highway zu befahren!
Und dieser startete direkt hinter der Grenze.
WAHNSINN!!!

Um uns ein wenig zu akklimatisieren beschließen wir unser Zelt für die nächsten 3 Tage mitten in der Steinwüste aufzuschlagen.

Die Tage waren warm, die Nächte waren kalt. Dennoch wollten wir jegliches Anzeichen von Höhenkrankeit vermeiden, denn die nächsten 3 Wochen sollten wir nicht unter 3500 Meter kommen jedoch wollten wir den höchsten Pass des Landes mit 4.600 Meter befahren.

Und so blieben und genossen wir: die Stille, die Natur.

we2r_tajikistan_Main

Erst am 4 Tag machten wir uns auf in das erste Dorf um das Üblich zu besorgen: Essen, Trinke, Geld, SIM Karte 🙂

Und dieses Dorf präsentierte sich uns surreal.
Lehmhütten, unfertige Häuser, die Geschäfte in Container, Tankstellen existieren nicht – so musste aus Fässern getankt werden,der Geldautomat wurde das letzte mal vor 4 Monaten aufgefüllt – so mussten wir in dem einzigen „Hotel“ des Dorfes Doller in Somoni wechseln, Brot konnte nicht gekauft werden – so mussten wir an die Türen Einheimischer klopfen um dort Brot zu erwerben, Wasser in Flaschen waren fast bis gar nicht zu kaufen bzw. musste extrem lange danach gesucht werden – und so füllten wir unsere Wasservorräte an Brunnen oder Flüssen auf.

Das Leben der Einheimischen, hier oben in den Bergen, ist hart. Die Verhältnisse arm.
: Teppiche, Kleidung .. werden im Fluss gewaschen, zum trocknen werden die Kleidungsstücke in die Büsche/auf die Bäume gehangen.
: Die Kornfelder werden per Sichel händisch geerntet.
: Das Weizen Korn noch per Rinderhuf ausgelöst
: teilweise werden die Zähne mit Kohle geputzt

Wir passieren viele kleine Dörfer, lernen die schroffe Art des Bergvolkes kennen.
So schroff wie der Charakter der Menschen so auch die sie umgebende Landschaft.
Die Berge steinig, zerklüftet. Die Strassen holprig, löchrig.

Wir folgen dem Parmir Highway und treffen so viele Reisende wie noch nie zuvor.
Per Rad, Auto, Motorrad oder zu Fuß – alle möchten diesen Highway befahren/begehen.
Verständlich – landschaftlich absolut sehenswert!
Persönlich hätten wir uns die Strasse aber wesentlich spektakulärer vorgestellt.

Wir biegen in das Whakan-Vally ab und folgen der Schotterstrasse am Parmir-Fluss, welcher die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan bildet.

Die Strasse ist mittelgut bis schlecht. Wellblechpisten und Sandfelder in welchen wir oft ins schwimmen kommen. Vorsicht ist geboten!

Wir folgend der Strasse mit Blick auf die schneebedeckten Siebentausender von Afghanistan, passieren 2 Checkpoints an denen die Pässe vorgezeigt werden müssen. Unsicher fühlen wir uns NIE, obwohl uns nur der Fluss-Pamir von der Afghanischen Grenze trennt.

Da wir gemütlich reisen brauchen wir 3 Tage um das Whakan Vally hinter uns zu lassen – erst dann erreichen wir die Stadt Karakol wo wir 2 Tage in ein Guesthouse eincheckten und uns auf die erste Dusche seit ca. 2 Wochen freuen. 🙂

Frisch geduscht rollen wir weiter, durch ein Tal zurück auf den Pamir-Highway.

Eine tolle kleine, anspruchsvolle Strasse  welche hoch in den Bergen endet, bevor wir uns über Stock und Stein wieder nach unten begeben um kurz darauf wieder auf dem besten asphaltiertem Stück des Highways zu stehen.

Auf nach Karakol – dort wo wir bereits waren, jetzt aber eine „S-Schleife“ durch die verschiedene Vally´s und den Pamir gezogen haben.
Kurz nach Karakol fängt der schlimmste Streckenabschnitt an. Schlechte Strassen, mit tiefen Schlaglöchern.
Das ist wohl die schlimmste Strasse seit Beginn unsere Reise.

Und der Zustand der Strasse ändert sich die nächsten 400 Kilometer nicht.

Nur schwer kann man die Schönheit der Natur rund um sich genießen, da jeder Blick in Richtung Berg / Natur fast immer mit einer Landung in ein Schlagloch bestraf wird. Die Stoßdämpfer schlagen des öfteren durch!

Es ist anstrengend die Konzentration zu behalten, es ist lästig den Löchern ausweichen zu müssen, es ist nicht besonders lustig sich mit Tempo 40 zu bewegen.

Noch dazu wählen wir, bewusst, die längere Route, über die Berge, in die Hauptstadt Duschanbe, wo wir bei einem Couchsurfer schlafen werden.

Vorbei an Schildern welche auf Minenfelder hinweisen geht es hoch in das Gebirge. Schon lange wird diese Strasse nur noch selten benutzt – und das eigentlich auch nur von Einheimischen die noch hier oben wohnen oder von anderen Reisenden.

Wir sind froh diese Strecke gewählt zu haben, denn die Aussicht an der Spitze des Passes ist absolut toll.
Die schnellere Strecke wäre über eine asphaltiere Schnellstrasse mit viel LKW Verkehr verlaufen.

Hier oben aber genießen wir die Stille und erleben gleichzeitig unsere erste unruhige mit Angst behafteten Nacht.
Denn wir schlagen unser Zelt in einem unbewirtschafteten Feld einer Bauernfamilie auf. Kein Problem für die freundliche Familie, die uns Wasser, Milch und Früchte bringt.
Allerdings geben sie uns zu verstehen, dass wir uns vor den Bären, welche die am Baum hängenden Granatäpfel ebenfalls lieben, in Acht nehmen sollen.

 

Um ihre Aussage zu verstärken zeigen sie uns große, ziemlich frische Kothaufen eines Tieres names Bär.

Wir schmunzeln, nehmen die Aussagen nicht besonders ernst und sehen keinen Grund unser Nachlager abzubauen und an andere Stelle wieder zu errichten.
Wir bleiben – doch in dieser Nacht schlafen wir wenig.
Immer wieder hören wir merkwürdige Geräusche, undefinierbares Knurren und Fauchen, im Wald neben uns knarrt und knackst es verdächtig.
Wir sitzen im Zelt und ahnen schreckliches.Schlagen Töpfe aneinander, schreien und singen um mögliche Feinde zu vertreiben.
Erst kurz vor Sonnenaufgang finden wir Schlaf, werden aber kurz drauf schon von Hirten geweckt die uns frisch gezapfte Milch zum Frühstück bringen.
Es ist 5:45 Uhr.

Müde und unausgeschlafen packen wir zusammen und machen uns auf dem Weg. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau – perfektes Reisewetter.

In Duschanbe werden wir schon von unserem Host, bei welchem wir die nächsten 5 Tage verbringen werden erwartet.Wir werden extrem nett in Empfang genommen.
Und eine Flasche Vodka steht schon am Tisch.
Während David mit dem Chef des Hauses ein, zwei, drei .. Gläschen kippt, steht Evi mit Mutter und Schwester in der Küche und hilft das Essen für den Abend vorzubereiten.
Das Kochen und die Vorbereitungen für das Abendessen nehmen kein Ende – noch ahnen wir nicht, dass die ganze Verwandtschaft zum Essen kommen wird.

Der Abend endet spät – und so fallen wir müde, erschöpft und glücklich um ca. 2 Uhr morgens ins Bett.

Wir verbringen wunderschöne, tolle Tage mit und bei der Familie. Doch irgendwann heißt es immer Abschied nehmen, Sachen packen, Motorrad beladen, aufsitzen und los.Wir verlassen Duschanbe und rollen über den letzten Pass weiter nach Usbekistan!

Die Ausreise gestaltet sich überraschen einfach und unkompliziert. Schnell haben wir den Ausreisestempel im Pass. Kein Geld wird von uns verlangt. Jipiii.

Fast genauso schnell und ohne Kontrollen sind wir im Land der Baumwolle: Usbekistan!!!!

 

Tadschikistan, ein Land über das wir uns wenig informiert hatten, mit surrealer Gebiergslandschaften, harten Lebensbedingungen aber netten, hilfsbereiten, gütigen Menschen werden wir für immer und nur mit positiven Erfahrungen in Erinnerung behalten!

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