Salom Usbekistan

Usbekistan: 16.09.2016 – 06.10.2016

Route_Usbekistan_2016

 

Gefahrene Kilometer: 1.917 km
Wetter: Sonnenschein pur. Bis 37 Grad. Kein Regentag.
Währung: Usbekisch Soʻm (UZS)
Umrechnungskurs: 1€ = 3500 UZS
Benzinpreis: zw.0,90€  u. 0,95€

 

 

 

Die Nacht vor dem Grenzübertritt verbringen wir auf dem Parkplatz eines verlassenen Hauses. Es schein ein verlassenes Restaurant zu sein, welches aber schon lange verlassen sein muss.

Die Fenster sind zerbrochen, verschiedene Wände eingestürzt, die Reste der Toilette müffeln ein wenig.
Doch das Tolle am Platz, was David erst beim Pinkeln entdeckt hat :-), ist, dass ein wenig unterhalb des Platzes sich ein wunderschöner Canyon durch die Landschaft schlängelt.

we2r_tadjikistan_motorrad_22

Optimal für uns und die heißen Temperaturen, denn es hat 35 Grad.
Das Gras ist weich und das Wasser rein.
Wir platzieren unsere Stühle in der Mitte der Flussbettes, sodass unsere Füße vom kühlen Wasser umspült werden.
Wir genießen die Sonne und freuen uns auf den morgigen Tag an welchem wir die Grenze zu Usbekistan übertreten werden.

Usbekistan!!!! WIR KOMMEN!!!!

we2r_usbekistan_motorrad_5

Nicht einmal eine Einreisegebühr, wie dies von anderen Reisenden angekündigt wurde, müssten wir nicht bezahlen.
Zwei Deklatationszettel ausgefüllt, abgegeben und gestempelt und da standen wir: auf Usbekischem Grund und Boden.
Wir hätten es uns aufregender, komplizierter, nervenaufreibender erwartet.

Da es an diesem Morgen noch kein Frühstück gab beschließen wir bereits 2 Kilometer nach der Grenze anzuhalten und etwas zu Essen.
Es ist warm, nein schon fast heiß / zu hieß.
Frauen und Kinder auf von einem Esel gezogenen Karren fahren an uns vorbei – grüßen, winken, lachen.
Schulkinder in niedlicher schwarz/weiß Schuluniform betraten uns kritisch. Schüchtern laufen sie an uns vorbei.

Autos hupfen.
Leute winken aus den Bussen.
Eigentlich werden wir recht freundlich empfangen – obwohl uns abgeraten wurde überhaupt nach Usbekistan und vor allem in die Hauptstadt zu fahren.

Grund hierfür war der vor einer Woche verstorben Präsident des Landes. Das Land war somit zur Zeit gerade führungslos.

Vor vielen Polizeikontrollen wurden wir gewarnt – welche an verschiedenen Stellen zu späteren Zeitpunkten auch eintreten sollten:
=> An U-Bahn Stationen musste der Pass vorgezeigt werden. Hatte man diesen nicht dabei galt man sofort als verdächtig.
Evi hatte den Pass im Hostel und somit nicht zum Vorzeigen bereit. Sie wurde in einem kleinem Kämmerchen nach dem Wieso und Warum der Reise befragt.
->Nach einer Stunde Frage-Antwort Spiel durfte die U-Bahn dann doch benutzt werden.

=> Das Fotografieren von den falschen Objekten war verboten.
In unserem Fall landeten wir über eine hammer Strasse hoch in den Bergen mit Blick auf einen wunderschönen Stausee.
Natürlich machten wir Bilder – kein Schild, kein Hinweis das wir das nicht dürften.
5 Mal abgedrückt und schon standen grimmig blickende Stauseewächter vor uns und rissen uns die Kamera aus den Händen. Wir sollten mit ins Büro um vermerkt zu werden.
Nach 15 Minuten heftiger Diskussion und Löschung der Bilder hatten wir die Kamera wieder zurückerobert und machten uns vom Acker.

=>Eine 6 Stündige Befragung konnten wir ebenfalls nicht entgehen, als wir dankbar die Einladung eines Einheimischen annahmen und bei ihm in dessen Wohnung nächtigten.
Abend um 20:00 Uhr klopfe dann die Polizei an unsere Tür.
„Passport!“
„Big Problems“
Wir verstanden nicht was sie wollen, geschweige denn wer die angeblichen Polizisten waren. Ausweißen konnten sich diese nicht – also zeigten wir auch unseren Pass nicht vor. Wieso auch!?
Es dauerte nicht lange bis die Englischlehrerin des Dorfes als Übersetzerin und die Bürgermeisterin des Dorfes dazugeholt wurden.
Leider war auch das English der Lehrerin zu schlecht um uns die Situation zu erklären. Es wurde ein weiterer Übersetzer angefordert.

Dann wurde die Situation allmählich klarer.
: Es sei uns verboten hier zu übernachten
: Überhaupt der Aufenthalt in diesem Teil des Landes / dieser Stadt war nicht erwünscht.
: Die Einheimischen haben Angst / Angst vor uns Fremden.
->Wir sollten unsere Sachen packen und gehen.

Aber wir weigerten uns nach diesem 6 Stündigen Befragungsmarathon unsere Sachen zu packen und weiterzufahren.
Es war mitten in der Nacht – es war bereits kurz vor 24:00 Uhr.
Nein! Wir bleiben.
Und das gaben wir auch den Polizisten welche sich als Grenzbeamten / Zöllner herausstellen zu verstehen.

Nach langem Diskutieren und hin und her das OK. „Ok, you can stay – but tomorrow you have to go!“

Nach einer unruhigen Nacht und nach nur 3 Stunden Schlaf kam Morgens um 5:00 Uhr bereits der Besitzer, weckte uns und schickte uns davon.

=> Wurde eine Region verlassen und in die nächste übergesetzt mussten Checkpoints durchfahren werden
Zwar wurden wir hier nur einmal kontrolliert und müssten die Route erklären, und die Fragen woher wir kommen und wohin wir wollen mussten beantwortet werden.

=> Abseits der Touristenpfade wurden wir auch von den Einheimischen skeptisch angesehen: „You are Tourist? or Terrorist?„
TOURIST!!!! We are friendly!!

WOVOR haben die Usbeken Angst?
Wir haben nicht verstanden wieso die Angst vorherrschend ist. Und vor wem?
In den Städten Tashkent, Samarkand, Bhukkara und Kihwa merken wir von diesen Ängsten jedoch nichts.
Städte welche unbedingt einen Besuch wert sind!
Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und wir lernten die Hilfsbereitschaft der Usbeken kennnen.

Denn auf dem Weg nach Moynak – einem ehemaligem Fischerort am Aralsees gelegen – machte Davids BMW F800 GS erneut Probleme.
: Diesmal war es nicht die Batterie oder der Startet – diesmal ging einfach gar nichts mehr.
Die Maschine ließ sich schlicht und einfach, auch nach 100 Versuchen, einfach nicht mehr starten.

SIE GAB KEINEN TON VON SICH!

Toll. Und das 4 Tage vor Ablauf des Usbekistan Visums und somit auch 4 Tage vor Beginn unseres 5 Tage Turkmenistan Transit-Visas.

Er half alles nichts, das Motorrad musste auf einen LKW.

Von Narin ging es also wieder zurück nach Kiehwa (400 Kilometer), da Erstens: unsere gewählter Grenzübertritt nach Turkmenistan von dort nur 30 Kilometer entfernt war und Zweitens: wir uns dort mehr Möglichkeit auf Hilfe versprochen als in der Stadt Narin.

Schnell fanden wir ein Hostel in dem wir günstig die nächsten 4 Tage wohnen konnten.
Noch dazu hatte der Besitzer gute Beziehungen zur verschiedene Mechanikern in der Stadt und half uns wo er nur konnte.
3 Tage lang wurde also intensiv nach dem Fehler gesucht – doch NICHTS, wir fanden ihn nicht.

Im Verdacht hatten wir eine fehlerhafte Ringantenne. Sollte dies aber der Fall sein, bräuchten wir einen BMW Händler mit Spezialwerkzeug und Diagnosgerät und eine neue Antenne, welche wir nur in Österreich bestellen und senden konnten.

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Wir hatten nichts von den benötigten Dingen um den Fehler zu finden!
Also kauften wir uns ein Albschleppseil und Evi zog David am letzten Tag der Aufenthaltserlaubnis über die Grenze.
Per Seil von Usbekistan nach TURKMENISTAN.

we2r_usbekistan_motorrad_41

Insgesamt hat uns Usbekistan weniger gut gefallen – was vor allen an den zahlreichen Polizeikontrollen lag.
Landschaftlich ist das Land wenig spektakulär, falsch und weit, nur ein paar Ausläufer des Altai-Gebierges bevor die weite Wüste anfängt.

Die Städte Samarkand mit dem Registan-Palast sowie Bhukara und Khiwa mit seinen vielen imposanten Bauwerken sind auf jeden Fall einen Besuch wert!! Toll zu sehen!

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